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Filmen & Fotografieren: Actionshots selbstgemacht - Teil 2: Kabel-Fernauslöser
Filmen und Fotografieren
Actionshots selbstgemacht - Teil 2:
Kabel-Fernauslöser
So geht ihr euch mit Hilfe eines Kabel-Fernauslösers selber in die Falle
Mit Hilfe eines Kabel-Fernauslösers lässt sich eine Fotokamera aus einigen Metern Entfernung auslösen. Die Sache vom Bike aus während der Fahrt selbst in die Hand zu nehmen fällt natürlich flach, aber die mechanische Funktionsweise des Druckknopfes kann man sich zu Nutze machen und mit wenigen Hilfsmitteln eine Konstruktion basteln, die die Kamera beim Überfahren einer Platte auslöst.

Das Prinzip dieser Fotofalle: Das Gewicht des Bikes drückt die Platte beim Überfahren nach unten, ein an der Platte befestigter Stift überträgt den Impuls an den Fernauslöser. Der so gedrückte Knopf löst über die Kabelverbindung die Kamera aus... soweit zur Theorie.
Neben der Kamera benötigt man ein Stativ, einen zur Kamera passenden Fernauslöser und ein Verlängerungskabel. Für die Testaufnahme haben wir eine Canon EOS 550D mit 8mm Weitwinkel-Objektiv verwendet, montiert auf einem leichten Stativ. Der zu dieser Kamera passende Fernauslöser (z.B. Canon RS 60 E3 für ca. 17 EUR) kann mit einem 2,5mm-Stereo-Klinkenkabel verlängert werden (2 Meter für ca. 5 EUR).

Jetzt geht's erstmal in den Bastelkeller: Benötigt werden zwei Platten - die erste als Halterung für den Fernauslöser, die zweite als Druckplatte für den Impuls.
Kabel-Fernauslöser, Verlängerung und ein simpler Klappmechanismus... fertig ist die Fotofalle.
Kabel-Fernauslöser, Verlängerung und ein simpler Klappmechanismus... fertig ist die Fotofalle.
Beide Platten werden mit einem Scharnier verbunden, so dass der in die Druckplatte eingesetzt Stift immer genau auf den Knopf des in der gegenüberliegenden Platte eingelassenen Fernauslösers trifft.

Wie ihr das Ganze umsetzt ist Freestyle - wir haben zwei kleine Holzplatten verwendet, die Halterung für den Fernauslöser ausgesägt, einen Holzstift in das Bohrloch der anderen Platte gesteckt und beide Platten mit einem aufgeschraubten Gurtband (funktioniert als Scharnier) verbunden.

Die Länge des Holzstiftes wurde genau angepasst, so dass der Knopf bei vollem Druck nicht zerstört wird. Gedämpft haben wir die Platten mit eine Schaumfolie, die seitliche Führung übernehmen zwei Umwickelungen aus Gewebe-Klebeband.

Für den Einsatz wird die Fotofalle noch mit einem Tiefkühlbeutel vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt (mit Tape zugeklebt, Luft vorher entweichen lassen).
Die Planung des Bildausschnitts ist einfach, denn der Fernauslöser wird genau dann ausgelöst, wenn das Vorderrad die Platte überrollt. Wo ihr die Platte im Boden eingraben müsst, erkennt man dabei erst, wenn die Kamera auf dem Stativ ausgerichtet ist. Macht vor dem Eingraben einfach ein paar Testauslösungen mit dem Fuß. Wenn das Bike dabei neben euch steht, kann man an der Kamera schnell überprüfen, ob der Bildausschnitt passt.

Die Fotofalle wird so tief in den Boden eingesetzt, dass das obere Brett genau mit der Oberfläche abschließt. Kabel und Auslöser können mit einer dünnen Schicht Erde, Laub, etc. bedeckt werden, damit man diese auf dem Foto später nicht mehr sieht.

Auch der Kabelverlauf zur Kamera sollte so gelegt oder verdeckt werden, dass das Kabel später nicht im Bild erscheint. Falls auf den Fotos doch etwas zu sehen ist, kann man die Bereiche später mit einer Bildbearbeitungssoftware (z.B. Adobe Photoshop) korrigieren.
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Der Auslöser wird wasserdicht verpackt und in den Boden eingesetzt. Die Position vorher austesten, um unnötiges Buddeln zu vermeiden!
Der Auslöser wird wasserdicht verpackt und in den Boden eingesetzt. Die Position vorher austesten, um unnötiges Buddeln zu vermeiden!
Den Fokus der Kamera stellt ihr am besten manuell ein, genau auf die Entfernung zur Fotofalle. Ein kurzer Test - Bike drüberrollen, dann Bildschärfe und Belichtung checken - schon kann es los gehen.

Ein wichtiger Tipp: Viele Kameras schalten nach kurzer Zeit ohne Bedienung in den Standby-Modus. Zwischen Bergaufschieben und der Fahrt an der Kamera vorbei können locker ein paar Minuten vergehen. Wenn möglich solltet ihr diese Zeiteinstellung auf mindestens 10 Minuten erhöhen, sonst kann es passieren, dass die Kamera durch den Auslöse-Impuls des Vorderrads nur aus den Standby-Modus erwacht und dann erst beim Überrollen mit dem Hinterrad auslöst.
Unsere Praxiserfahrung: Es ist nicht so leicht das kleine Brett bei voller Fahrt zu treffen. Gerade wenn die Fotofalle in einer Kurve oder einem Anlieger eingegraben ist, muss die Überfahrt sitzen. Am besten den Streckenabschnitt vor der Platzierung des Auslösers einige Male durchfahren, so erkennt man an den Reifenspuren die genau Position zum Eingraben. Auch kleine Markierungen im Boden helfen beim Treffen (z.B. markieren mit Ast, Holzstück, Laub oder einem Stein).

Alternativ kann bei der Konstruktion eine größere Platte verwendet werden. Diese ist dann leichter zu treffen, passt aber schlechter in den Rucksack (wenn ihr die ganze Ausrüstung z.B. auf eine Tour mitnehmen wollt).
Kleines Foto: Nicht immer trifft man den Auslöser - hier war nur das Hinterrad erfolgreich. Großes Foto: Testauslösung mit dem Fuß, so kann man den Bildausschnitt vor dem Eingraben noch korrigieren.
Kleines Foto: Nicht immer trifft man den Auslöser - hier war nur das Hinterrad erfolgreich. Großes Foto: Testauslösung
mit dem Fuß, so kann man den Bildausschnitt vor dem Eingraben noch korrigieren.
Auch die einwandfreie Funktion der Klappe muss gewährleistet sein, denn der Druck, den das Vorderrad beim Überfahren auf die Platte überträgt, kann sehr gering sein. Das Vorderrad ist federnd aufgehängt und bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit über die Platte. Die Konstruktion muss also sensibel genug reagieren, um schon beim leichtesten Druck von oben auszulösen. Je unflexibler die Platte ist, desto besser die Reaktion auf Druck.

Beim Eingraben muss darauf geachtet werden, dass die obere Platte in der Bewegung nach unten nicht gebremst wird und die untere Platte nicht nach unten nachgeben kann. Als Hilfsmittel zum Eingraben kann man einen Metallspachtel mitnehmen, auch ein Schraubendreher hilft beim Ausheben des genau passenden Lochs.
Wenn ihr alle Tipps berücksichtigt, könnt ihr mit der Fotofalle gute Fahraufnahmen von euch selbst schießen. Die Notwendigkeit des Eingrabens macht diese Möglichkeit allerdings etwas aufwändiger, vor allem wenn man den Aufnahmeort öfter wechseln möchte.

Bilder von Sprüngen sind mit diesem Hilfsmittel nicht möglich, aber in den weiteren Teilen der 'Actionshots selbstgemacht' Serie werden wir euch auch dafür Lösungen präsentieren. Stay tuned...
30.07.2012 © Jojo/FULLFACE
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