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Filmen & Fotografieren: Cable Cam Bauanleitung
Filmen und Fotografieren
Cable Cam Bauanleitung
Bau und Test einer Low Budget Cable Cam
Wer sich im Web umschaut, findet ziemlich viele Anregungen zum Bau einer Cable Cam. Von der einfachsten Konstruktion bis hin zu ferngesteuerten Modellen mit Antrieb, gyroskopisch stabilisierter Kamera-Aufhängung und Funkübertragung der Videoaufnahme - fast alles ist möglich.

Hier erfahrt ihr, was mit möglichst geringem Budget realisiert werden kann und worauf man achten sollte, um mit einer einfachen Seilkamera gute Aufnahmen zu schießen.

Einfach bedeutet: 1 Seil, 2 Rollen und eine Aufhängung für eine kleine Actioncam. Für den Antrieb sorgt die Schwerkraft. Das ganze soll locker in den Rucksack passen, um auch auf einer längeren Tour eingesetzt werden zu können.
Die Konstruktion des Schlittens besteht aus wenigen Elementen: Auf einem schmalen Holzbrett werden an den Enden Stehrollen montiert, diese lassen sich einfach im Holz verschrauben (Stehrolle: ca. 8 EUR/Stk.). Die normalerweise in diese Halterungen eingebauten Kunststoffrollen sind oft nicht sehr leichtgängig, deshalb haben wir diese gegen kugelgelagerte Drahtseilrollen ausgetauscht, die auf dem Seil wesentlich präziser laufen (Drahtseilrolle: ca. 11 EUR/Stk.).

Zur Aufhängung der Kamera kann man einen Aluminiumbügel verwenden (ein Regalbauteil aus dem Baumarkt, ca. 4 EUR). Dieser Bügel wird mit einer Gewindeschraube an der Holzplatte befestigt, so dass sich der Bügel später in jede Richtung drehen lässt. Beim Filmen kann man den Bügel dann um 360° Grad schwenken und in der gewünschten Position festschrauben (seitliches Filmen bei Parallelfahrten, Filmen nach vorne oder hinten bei Verfolgungsfahrten).
Mit Karabinern lässt sich das Seil schneller 
 befestigen. Ein Handtuch am Seilende dient als 
 Puffer zum Abbremsen des Schlittens. Zusätzliches 
 Gewicht unter der Kamera stabilisiert die Aufnahme 
 und lässt den Schlitten schneller laufen.
Auf dem Aluminiumbügel haben wir eine GoPro Actioncam mit Stativadapter verschraubt. Über das Gelenk der Schnellverschlussplatte und den kurzen Gelenkarm lässt sich die Kamera für alle Positionen ausrichten (Ausgleich des schräg gespannten Seils und Neigungswinkel zum Boden). Zusammen mit der Aufhängung des Bügels ist die gesamte Konstruktion über 3-Achsen einstellbar.

Als Seil haben wir eine 100 Meter lange Reepschnur mit 1,8 mm Durchmesser verwendet (aus geflochtenem Polyester, Tragkraft 90 kg, Preis ca. 12 EUR). Zur Befestigung des Seils zwischen zwei Bäumen reichen zwei Achterknoten und ein Spanngurt. Der erste Knoten wird am Seilanfang geknüpft, der zweite als Schlaufe an der Stelle des Seils, die bei Spannung nah am zweiten Baum liegt.

Auf Spannung bringt man die Leine mit einem Spanngurt - diese sollte ziemlich hoch sein, denn unter dem Gewicht der Kamera kann das Seil auf halber Länge um mehr als einen Meter durchsacken. Zwei Karabiner machen den Aufbau noch komfortabler, sind aber nicht unbedingt erforderlich.
Um die Kamera auch nach dem Anbringen des Seils einhängen zu können, wurde jeweils eine Seite der Stehrollenhalterung mit einer Metallsäge durchtrennt (bei dem geringen Gewicht des Schlittens ohne weiteres möglich). Die Schlitze sind so schmal, dass das dünne Seil gerade so durchgeführt werden kann. Die weiterhin fast vollständig geschlossene Führung sichert den Schlitten gegen Absturz, wenn die Rollen mal vom Seil springen sollten.

Fertig ist die Cable Cam für den ersten Einsatz. Jetzt muss man eine geeignete Location finden, an der sich das Seil ohne Hindernisse neben oder über der Strecke mit ausreichendem Höhenunterschied spannen lässt (je steiler der Seilwinkel, desto schneller die Fahrt des Schlittens).

Dabei das Durchhängen des Seils durch das Gewicht des Schlittens berücksichtigen. Am Ende der Seilbahn sollte man eine 'Bremse' für den Schlitten einbauen. Das funktioniert ganz gut mit einem Handtuch, einer Jacke oder einem T-Shirt, das um das Seilende gewickelt und mit dem Spanngurt festgeknotet wird.
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Mit einer Wäscheklammer an einer Leine lässt sich die 
 Kamera auch ohne fremde Hilfe starten. Ein kurzer Zug 
 an der Leine reicht aus, die Klammer springt ab und der 
 Schlitten rollt los.
3-achsige Aufhängung: Die Kamera lässt sich in jeder 
 beliebigen Position ausrichten (Pan, Tilt, Roll)
Am besten funktioniert es, wenn man zu zweit unterwegs ist. So lässt sich die Kamera zum richtigen Zeitpunkt auf die Mitfahrt schicken. Aber auch alleine lassen sich Aufnahmen machen. Dazu benötigt man eine zweite Leine und eine Wäscheklammer, die als Stopper eingesetzt wird. Mit einem Zug an dieser 'Fernbedienung' kann man die Klammer vom Seil oder Schlitten lösen und dann kräftig in die Pedale treten.

Wenn das Seil sehr hoch gespannt wird, dann benötigt man auch für den Rücktransport eine Leine, um den Schlitten wieder bergauf ziehen zu können (Schlitten abnehmen und hoch tragen ist die andere Möglichkeit).
Das dünne Seil und die leichte Konstruktion sind sehr anfällig für störende Einflüsse von außen. Schon ein leichter Wind zerrt am Seil und auch die Bewegung der Bäume im Wind kann sich störend auf das Seil übertragen.

Besonders ein unsanftes Anschieben lässt den Schlitten wackeln. Dem kann man mit zusätzlichem Gewicht entgegenwirken, dass man ganz unten an die Konstruktion anhängt. Schon zwei Rollen von Inlineskates (mit Gewebetape befestigt) reichten bei unserer Konstruktion aus. Nach wenigen Metern Fahrt gleitet der Schlitten sanft am Seil entlang.
Leicht laufende Rollen helfen Vibrationen zu vermeiden und auch ein größerer Abstand der Rollen zueinander lässt den Schlitten ruhiger laufen.

Jetzt kommt es noch aufs Timing und die Ausrichtung der Kamera an, um gute Videoaufnahmen einzufangen. Es ist nicht so einfach das richtige Gefälle des Seils beim Aufbau zu treffen, um die Kamera später für Aufnahmen von der Seite genau mit gleichem Speed wie der Biker auf die Reise zu schicken.
Leichter als bei der Parallelfahrt wird es, wenn die Cam schräg nach vorne oder hinten ausgerichtet wird. Man bleibt so auch bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten länger im Bild, kann die Kamera einholen oder vor ihr wegfahren:
a) Kamera mit Blick nach hinten fährt vor dem Biker her
b) Kamera mit Blick nach vorne fährt hinter dem Biker her

Wie es am besten funktioniert werdet ihr in der Praxis sehen. Wer es ausprobiert, kann uns gerne Bilder der Konstruktion und Videoaufnahmen senden.
10.05.2013 © Jojo/FULLFACE
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3 Kommentare
Gast
12.09.2014 22:48
Echt geile Idee, ich hab sie fast so umgesetzt wie ihr es beschrieben habt. Außerdem finde ich es echt gut das ihr so fiele Ideen über Kamera Stative online stellt. Original sind sie mir als Hobbyfilmer zu teuer
Gast
06.08.2015 14:23
Hi, vielen Dank für die `günstige Einweisung´ in die Welt der Low Budget-Cable Cam. Reepschnur ist bestellt, alles andere habe ich soweit zusammengebaut. Möchte den Handheld Stead Gimbal einsetzen. Klappt ganz gut...https://youtu.be/nE9RGxEN5_I
Jojo
Jojo
07.08.2015 18:26
Gimbal ist top, experimentiere gerade an einer fernsteuerbaren Gimbal-Version + Bildübertragung für die ferngesteuerte CableCam. Story folgt dann auf dieser Website...

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