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Filmen & Fotografieren: Actionshots selbstgemacht - Teil 8: Framegrabs
Filmen und Fotografieren
Actionshots selbstgemacht - Teil 8: Framegrabs
Lassen sich Einzelbilder aus Videos als Actionfoto nutzen?
Standbilder aus Videos sind eine weitere Möglichkeit, um ohne fremde Hilfe an Mountainbike Fotos zu gelangen. Der Begriff 'Foto' ist hier allerdings relativ, denn extrahierte Einzelbilder aus Videos, sogenannte Framegrabs, haben eine relativ geringe Auflösung.

Progressives Full-HD-Video (1080p) wird mit 1920x1080 Pixeln aufgezeichnet, das ergibt eine Auflösung von knapp über 2 Megapixel und liegt damit weit hinter dem zurück, was selbst einfachste digitale Fotokameras liefern. Selbst günstige Kompaktkameras unter 200,- EUR bieten bereits eine Auflösung von 14 Megapixel.
Der Vorteil bei Videoaufzeichnungen liegt in der Bildrate. Im PAL-Standard werden pro Sekunde 25 Bilder aufgezeichnet. Nichts ist also einfacher, als die Kamera aufzustellen, den Fokus manuell auf den Bereich der Vorbeifahrt zu legen und REC zu drücken.

Danach kann man in aller Ruhe den Streckenabschnitt ein paar mal durchfahren, den Drop springen, oder was auch immer man auf Video festhalten möchte.
Oben: Ein Foto liefert die bessere Bildqualität
 Links: Standbild eines 720p 
 Videos in Originalgröße, den 
 Qualitätsunterschied zum 
 Foto erkennt man deutlich 
 Rechts: Verkleinertes Standbild, 
 durch manuelle Nachbearbeitung 
 mit Photoshop wurden Schärfe und 
 Farbe optimiert 

Später lässt sich im Videoprogramm das perfekt passende Einzelbild extrahieren und als Standbild speichern. Oder noch einfacher per Bildschirmfoto (Screenshot) aus dem QuickTime-Player abfotografieren. Aus 25 Einzelbildern pro Sekunde lässt sich so der extremste Moment des Whips, die steilste Kurvenlage oder einfach nur das perfekte Motiv auswählen - das Problem des 'zu früh' oder 'zu spät' Auslösens ist dadurch eliminiert.

Hinnehmen muss man die im Vergleich zu einem Foto deutlich schlechtere Bildqualität, die die Verwendung einschränkt. Als Foto fürs Web, kleinere Fotoabzüge oder Minifoto im gedruckten Magazin reicht es aber allemal aus.
Hier kommen unsere Tipps, wie man die optimale Bildqualität herausholt: Alle wichtigen Einstellungen müssen schon beim Filmen getroffen werden. Die besten Ergebnisse erzielt man mit manueller Auswahl der Belichtungszeit, diese sollte so kurz wie möglich sein, um gestochen scharfe Einzelbilder der Bewegung einzufrieren.

Die so gemachten Aufnahmen lassen sich dadurch allerdings nicht mehr so gut als Video verwenden, da der Bewegungsfluss der sehr scharfen Einzelbilder beim Abspielen des Videos stroboskopartig wirkt.
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500x500 Pixel Ausschnitt des Fotos in Originalgröße
Verkleinertes Foto, reduziert auf die Größe des Videos (siehe unten)
Vergrößerter Videoausschnitt zum Vergleich mit Fotoausschnitt (siehe oben)
500x500 Pixel Ausschnitt des Videos zum Qualitätsvergleich mit dem oberen Foto

Viele Video- und Fotokameras lassen eine manuelle Belichtungszeiteinstellung bei der Videoaufnahme nicht zu. Wählt dort einfach das Sportprogramm, um später schärfere Einzelbilder extrahieren zu können.

Die besten Ergebnisse erzielt man mit digitalen Spiegelreflexkameras (DSLRs), Bridge- und Systemkameras mit voller manuellen Kontrolle. Auch reine Videokameras sind geeignet, diese bieten die manuelle Kontrollmöglichkeit allerdings oft erst bei Semi-Pro-Modellen jenseits der 1000-Euro-Marke an.

Eine kurze Belichtungszeit (1/500 Sekunde und kürzer) erfordert natürlich eine offenere Blende und/oder höhere ISO-Empfindlichkeit, um mehr Licht einzufangen. Wer die ISO-Empfindlichkeit höher einstellt, wird bei Werten ab ISO 400 eine Zunahme des Bildrauschen verzeichnen.
Licht ist bei Mountainbike Aufnahmen im Wald oft Mangelware, daher ist ein Objektiv mit hoher Lichtstärke geradezu Gold wert. Optimal - aber leider teuer - sind Objektive mit der Blendenzahl f/1.8 und f/2.8.

Bei der Auswahl des Videoformates für die Aufzeichnung kommt es auf zwei Kriterien an, die Auflösung und die Datenrate.

Wählt das größtmögliche Format, idealerweise 1080p (1920x1080 progressiv) mit 25fps (Frames pro Sekunde). 50fps (falls verfügbar) ist nicht erforderlich, bzw. sogar nachteilig, da die Bilder dabei meist mit reduzierter Datenrate aufgezeichnet werden. Man könnte dadurch zwar aus doppelt so vielen Einzelbildern auswählen, müsste aber mit reduzierter Bildqualität leben.
Das Foto (Bild oben) wurde fast zeitgleich mit dem Video (Bild links) aufgenommen. Mit Hilfe von zwei Blitzen kann man Action im dunkeln Wald perfekt eingefangen.

Bei der Videoaufnahme wären starke Strahler erforderlich gewesen, um die selbe Lichtstimmung zu erzeugen. Mit offener Blende, längerer Verschlusszeit und höherer ISO-Zahl wird die Aufnahme insgesamt heller.

Die vier unteren Bilder sind ebenfalls Framegrabs aus Videoaufnahmen. Für die Verwendung im Web reicht die Qualität locker aus.
Die Datenrate sagt aus, wie viel Bildinformation pro Sekunde gespeichert werden kann. Bei Aufnahmen mit hoher Datenrate (z.B. 28 Mbit/s) werden sehr viele Bilddetails aufgezeichnet, bei geringeren Datenraten gehen Bilddetails verloren. Besonders bei sich schnell bewegenden Objekten und detailreichen Hintergründen mit vielen Strukturen (Laub, Wiese, Felsen oder bewegte Wasseroberfläche) werden die Bilder dann regelrecht pixelig.

Actioncams sind für diese Aufnahmen nicht geeignet, da sie keine manuelle Kontrolle über die Belichtungszeit bieten und Videos mit relativ niedrigen Datenraten aufzeichnen.
Nah an der Kamera vorbeirauschende Mountainbiker sehen auf einem Actioncam-Framegrab stark verwischt aus - kein Problem im Video, aber als Einzelbild eher nicht zu gebrauchen.

Hat man ein Einzelbild extrahiert, dann kann man in der Nachbearbeitung (z.B. mit Photoshop) die Qualität optimieren. Helligkeit, Sättigung und Schärfe lassen sich so nachjustieren, um unterm Strich ein relativ gutes Ergebnis zu erhalten. Der Qualitätsunterschied zwischen hochauflösenden Fotos und bearbeiteten Videograbs bleibt dennoch groß.
14.11.2012 © Jojo/FULLFACE
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1 Kommentar
Gast
25.03.2015 12:52
Super Tipps, hat perfekt funktioniert auch mit meiner Edel Kompakten Sony RX-100, fürs Web reichts aus

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