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Story: Downhill Saison 2013 mit Arie Schindler
Arie beim Worldcup Finale in Leogang - Foto: Raffi DieWaldfee
Stories
Downhill Saison 2013 mit Arie Schindler
Update #3: Saisonabschluss in Leogang
Wir haben Arie Schindler in diesem Jahr durch seine Downhill Saison begleitet, hier kommt der letzte Report, inklusive Fazit zu 2013:

Hey Leute! Die Saison ist vorüber, der Winter kommt und die Vorbereitungen für nächstes Jahr laufen schon wieder an. Ihr erinnert euch sicher noch, in Update #2 berichtete ich über meine Erlebnisse in Andorra und Italien, wo ich eine 'kleine Auseinandersetzung' mit meinem Handgelenk hatte.

Nach meiner Rückreise hatte ich direkt am nächsten Tag einen Termin bei meinem Physiotherapeuten zur Krisensitzung vereinbart. Er erklärte mir, dass auf Dauer gesehen dieses halbherzige Ausheilen von Verletzungen nicht funktionieren würde. Meine Frage, wie es nun weitergehen sollte und ob ich in 6 Wochen fit für das letzte Saisonrennen sein würde, wurde nur mit einem Lächeln quittiert.
Letztendlich einigten wir uns auf einen Trainingsplan, der bis zwei Wochen vor dem letzten Weltcup keine Enduro-Touren und keine Downhill-Session beinhalten sollte - um des Handgelenks willen.

Bei der Umsetzung arbeiteten wir fast täglich zusammen. Die Erfolge kamen langsam, aber sie kamen. So konnte ich nach drei Wochen meinen Alltag schon wieder gänzlich ohne Schiene bestreiten.

Das Krafttraining wurde von der Intensität her auf das Handgelenk abgestimmt und ja, es wurde über die Dauer der Behandlung wirklich stabiler.
Arie in Winterberg und Leogang - Foto links: Annabel H.
Arie in Winterberg und Leogang - Foto links: Annabel H.
Zwei Wochen vor meinem letzten Rennen in der Saison 2013 stieg ich wieder aufs Rad. Ein kurzer Test ohne Schiene in Winterberg bestätigte: das Handgelenk schien zu halten. Also packte ich am folgenden Wochenende mein Auto und es ging ab nach Leogang. Bei bestem Wetter konnte ich locker einige Abfahrten machen, bevor die Schmerzen wieder einsetzten.

Mein Physiotherapeut hatte mich eindringlich vorgewarnt: "Du musst aufhören, wenn die Schmerzen wiederkehren. Das ist ein Zeichen für die maximale Auslastung. In diesem Fall einfach weiterzufahren würde alles zu Nichte machen."

Zwei Trainingstage später ging es schon wieder besser und ich fühlte mich einigermaßen sicher auf dem Bike. Das war auch wirklich wichtig und keine Sekunde zu früh. Das letzte Saisonrennen sollte nämlich kein geringeres als das Worldcup-Finale in Leogang sein. Noch zwei Wochen Zeit bis dahin.
Das weitere Training war ein Balanceakt zwischen meinem schlechten Gewissen, bedingt durch die vielen Trainingsausfälle über die Saison, und den warnenden Worten des Physiotherapeuten - also möglichst viel nachholen, aber nicht übertreiben.

Zwei Wochen später war es dann soweit. Bei kühlem und nassen Wetter holte ich meine Startnummer ab, die 195. Die Strecke selbst war ziemlich umgesteckt und so waren fast alle Linien, die ich zuvor im normalen Bikepark-Betrieb gefunden und geübt hatte, nutzlos.

Das Tempo war an vielen Stellen raus und es gab sogar ein Steinfeld. Der Charakter der Strecke hatte sich verändert. Von 'Wide-Open' auf... ja, ich würde schon fast sagen 'technisch anspruchsvoll'. Irgendwo dazwischen haben sich auch die Meinungen meiner Kollegen eingefunden.
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Wallride von Arie in Leogang - Foto: Hanno/Fraction-Magazin
Wallride von Arie in Leogang - Foto: Hanno/Fraction-Magazin
Das Fahren selbst war dann aber extrem interessant. Durch die Umstellung waren viele Stellen entschärft und der Spaß stellte sich im Laufe des Trainings immer mehr ein.

Am Samstagmorgen musste ich mich zügeln, um nicht zu viele Abfahrten zu machen. Allerdings kreuzte der Pannenteufel wieder meinen Plan. Ich hatte einen technischen Defekt in der Gabel. Glücklicherweise konnte Rockshox das Problem vor Ort beheben, ich hatte also wieder ein funktionierendes Fahrwerk - allerdings ohne Setup. Und ohne Trainingszeit. Ich stellte das Fahrwerk nach Referenzwerten und Gefühl ein und hoffte auf das beste.
Nun kam der alles entscheidende Qualifikationslauf. Da die Strecke sehr tretlastig war, fiel das Warm-Up vor dem Start sehr umfangreich aus. Dann ging es auf die Strecke, inzwischen sehr zerfahren und dadurch noch technischer als zu Beginn des Rennens.

Bis zum ersten Waldstück konnte ich ein hohes Tempo gehen und war bis zur Ausfahrt auch sehr gut unterwegs. Leider machte ich einen kleinen Fehler und verlor infolgedessen viel Zeit. Auf dem Weg nach unten hatte ich noch zwei weitere Steher.

Ich konnte eine Zeit von knapp über 4 Minuten fahren, wobei die Spitze bei rund 3.30 lag. Letztendlich bedeutete das den 143. Platz.
Arie bei der Arbeit - Fotos: Dierk B.
Arie bei der Arbeit - Fotos: Dierk B.
Nachdem die Saison dann beendet war, ging es ab ins Büro und Firmen wurden angeschrieben. Ich verbrachte fast den gesamten Oktober mit Korrespondenzen. Leider erfolglos, kein Hersteller konnte mir Konditionen anbieten, die es wert gewesen wären eine Kooperation einzugehen.

Ich werde also im nächsten Jahr ohne jegliche Sponsoren an den Start gehen. Wieder auf einem Intense M9. Ich kenne ja schließlich das Rad und hab noch genug Ersatzteile, so dass sich ein Wechsel zu anderen Herstellern nicht lohnen würde.

Das Trainingsprogramm für 2014 läuft bereits und ist wahrscheinlich das härteste seit Karrierebeginn. Nach dem etwas verkorksten Jahr blicke ich zuversichtlich auf die kommende Saison.
Das Fazit zu 2013: Das verflixte siebte Jahr. Nach ungewöhnlich vielen Verletzungen, Problemen und Hindernissen ist die Saison vorbei. Ich habe sehr viel gelernt und denke, dass ich mit dem Wissen mein Programm soweit verändern kann, um realistisch Top 80 Platzierungen im Weltcup zu fahren. Die Ergebnisse zeigen, dass es sich schlicht nicht lohnt an den Start zu gehen, wenn man nicht 100% fit ist.


Hier findet ihr alle Reports zu Aries Saison aus 2013: Racing Tipps, Update #1 und Update #2.
19.12.2013 © Annabel H., Arie Schindler, Dierk B., Hanno/Fraction-Magazin, Raffi DieWaldfee
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