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Story: Bikepark App
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Bikepark App
Ein interessantes Tool und die Köpfe dahinter
Im September landete eine eMail in unserem Posteingang, die uns das frisch gestartete 'Bikeparks DE' App vorstellt. Ein interessantes Projekt - hatten wir nicht erst gerade selbst das Netz für unsere Bikepark Links durchforstet und sind dabei über jede Menge unübersichtliche Websites der Parkbetreiber gestolpert.

Das App stellt die wesentlichen Fakten von aktuell 15 deutschen Bikeparks übersichtlich zusammen (Streckenangebot und -länge, Kurzbeschreibung, Trailmaps, Fotos, Öffnungszeiten, Preise, Kontaktdaten) und kann über das Kartentool (bei aktiviertem Ortungsdienst) neben der Entfernung auch die beste Route für die Anfahrt finden.
Timo und Robert Nagel, zwei Brüder aus Heidelberg, sind die Köpfe hinter dem Bikepark App, das seit kurzem im iTunes Store für iPhones, iPod touch und iPad erhältlich ist. Robert ist 22 Jahre alt, studiert Psychologie in Heidelberg und ist zuständig für Text, PR und Marketing.

Timo, 25 Jahre, ist der eigentliche Vater des Apps, Designer und Entwickler. Im folgendem Interview liefern euch die beiden einen Einblick in die Entstehungsgeschichte ihres Projekts.
Was gab den Anstoß zur App-Entwicklung?
Robert: "Wir fahren selbst seit Jahren leidenschaftlich Mountainbike - ich aktuell ein Cube Hanzz Pro SL 2012, mein Bruder Timo ein 2011er Custom Votec v.sr. Die unübersichtliche und teilweise auch schwere Infosuche bezüglich Bikeparks war letztendlich der Auslöser für das Projekt. Die App ist eine Idee meines Bruders, der letztes Jahr erfolgreich sein Bachelorstudium in Medien- und Kommunikationsdesign absolviert hat. Er hat sich die iOS Programmiersprache selbst beigebracht und dann die App ganz alleine in seiner Freizeit entwickelt und designed, regulär arbeitet er momentan noch bei einem StartUp aus Heidelberg."


Wie seid ihr zum Mountainbiken gekommen?
Timo: "Das erste Mountainbike bekam ich mit 14 von einem Nachbarn, er hatte sich gerade ein neues Votec gekauft und überlies mir sein altes Juchem Fully für ein paar Euro. Von da an war ich angefixed und verbrachte von Jahr zu Jahr mehr Zeit auf dem Bike. Adrenalin, Geschwindigkeit... so dumm sich das anhört, aber es macht einfach Spaß. Gerade die knappen Situationen machen den Reiz aus, wenn du danach mit Adrenalin vollgepumpt dastehst und denkst 'scheiße war das geil'."
Robert: "Zum Mountainbiken bin ich durch Timo gekommen, der große Bruder ist immer ein Vorbild und so auch beim Sport. Allerdings konnte ich mich noch nicht ganz von den 'traditionellen' Sportarten Fußball und Tennis lösen. Aber das Mountainbiken ist schon etwas ganz besonderes. So einen Nervenkitzel kombiniert mit technischem Geschick gibt es für mich sonst nur noch beim Motorradfahren, bloß fehlt mir da die körperliche Anstrengung. Wir fassen das Biken als gemeinschaftlichen Sport auf, alleine fahren macht deutlich weniger Spaß. Auf den Bikefotos seht ihr unsere Freunde, mit denen wir auf den Singletrails rund um Heidelberg unterwegs sind und in die Bikeparks gehen. Unsere Freunde haben uns auch beim Entwicklungsprozess durch Diskussionen und Anregungen unheimlich geholfen."


Wie seid ihr die App-Entwicklung angegangen?
Timo: "Am Anfang war alles schwer, ich musste diese für mich neue Programmiersprache von Grund auf erlernen. Die Konzeption der App und das Design waren kein neues Gebiet für mich und gingen daher relativ einfach von der Hand. Nach ein paar Wochen Einarbeitung stand aber dann doch schon der erste Prototyp. Der Ehrgeiz und der Spaß bei der Entwicklung siegten und nach 2,5 Monaten Entwicklung wurde die Version 1.0 an Apple gesendet."
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Die Freunde der beiden Brüder unterwegs auf den Singletrails rund um Heidelberg

Wie habt ihr euch die Arbeit aufgeteilt?
Robert: "Ich bin für die Kommunikation mit den Parks, unseren Facebook-Auftritt und die Texte in der App, auf der Website sowie die sonstige PR-Arbeit zuständig. Mit anderen Worten: mein Bruder hat die ganze Arbeit geleistet und ich verpacke es nur in schöne Worte. Anfangs fehlte mir ein wenig die Vorstellung wie das Endprodukt aussehen sollte. Doch je weiter Timo kam, umso besser konnte auch ich es fassen. Für mich war es unheimlich spannend den Prozess der App-Entwicklung zu beobachten und durch Diskussionen und Anregungen meinen Bruder zu begleiten."


Was war das schwierigste Problem, wie habt ihr es gemeistert?
Timo: "Das schwierigste war sicherlich die neue Sprache zu lernen. Danach hat mich die Foto-Galerie am meisten Nerven gekostet und das macht sie gerade bei iOS 6 wieder. Auf die Lösung komme ich dann manchmal ein paar Tage später einfach so, oder wenn ich gerade unter der Dusche stehe. Was dann der Auslöser für die Lösung ist kann ich nicht wirklich sagen. Es sind die berühmten Aha-Momente."
Robert: "Die Kommunikation mit den Parks gestaltete sich nicht immer so einfach, wie man es vermuten könnte. Viele Parks haben nicht auf eMails geantwortet, die Kontaktformulare auf den Homepages funktionieren nicht und auch am Telefon ist nicht immer jemand zu erreichen. Ein Park hatte mir bereits vor Wochen telefonisch Fotos und die Überprüfung des Beschreibungstextes zugesagt und sich daraufhin bis heute nicht gemeldet. Und jedes Mal, wenn ich anrufe, ist der Zuständige nicht da. Das ist manchmal durchaus frustrierend und vor allem irritierend, denn den Parks entstehen ja durch uns keine Kosten, sondern ein reiner Nutzen durch Publicity und wahrscheinlich mehr bzw. neue Besucher. Aber im großen und ganzen waren die Parks voller Begeisterung und Unterstützung für unsere Idee."


Wie viele Stunden Arbeitszeit waren erforderlich?
Timo: "Stunden? Tage oder doch eher Wochen. Ich kann es nicht genau sagen, allein am Konzept und Design hab ich ungefähr um die 100 Stunden verbracht, meist abends und nachts. Beim Programmieren wahrscheinlich das 3- bis 4-fache, da habe ich mich teilweise noch morgens vor der Arbeit hingesetzt und noch 2 Stunden programmiert, bevor es ins Büro ging.
Screedesign entwerfen, Navigationsstrukturen entwickeln, Betatesten - in diesem Projekt steckt jede Menge Arbeit

Mit Erscheinen von iOS 6 kommen aber jetzt noch Mal einige Probleme auf uns zu, was Anpassungen für das neue OS und auch das iPhone 5 angeht."

Robert: "Richtig viel Arbeit war dann noch einmal der Start der App, denn wie kommt man ohne Geld für Werbung an das Zielpublikum? Hier waren die Parks eine unheimlich große Unterstützung, denn sie haben auf mein Anschreiben hin die Bilder, die mein Bruder angefertigt hat, auf ihren Facebook-Pages gepostet und somit auf unsere App aufmerksam gemacht. Ich habe dann noch die verschiedenen Facebook-Seiten von Fans, Communities, Bike-Schulen und auch Bike-Hersteller kontaktiert.

Besonders gefreut hat mich, dass beispielsweise Ghost den Beitrag auf ihrer Seite geteilt haben. Am wichtigsten sind aber dann doch die Magazine und Blogs, d.h. sowohl Bike- als auch App-spezifische. Da war jeder Post ein kleines Erfolgserlebnis und auch die Anfragen, wann denn die App für Android komme, zeigen, dass großes Interesse an der App besteht. Die ganze Arbeit habe ich entweder spätabends oder frühmorgens gemacht, da ich momentan ein Praktikum in Marburg am Zentrum für Konfliktforschung mache."
Das App ist nicht gratis - wie habt ihr den Preis definiert?
Robert: "Durch die Arbeit an der App und durch das Wissen wie viel Arbeit mein Bruder darein gesteckt hat, hab ich ein neues Gefühl für Wertigkeit bekommen. Hinter allem, was man täglich so nutzt, steckt unvorstellbar viel Arbeit, viele Prozesse und viele beteiligte Menschen und die Preise, die wir zahlen sei es für Essen, Kleidung, unsere Fahrräder oder die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die Preise für all das sollte die Arbeit und die Prozesse die dahinter stecken auch entsprechend reflektieren. Dieses Denken, so mein Eindruck, ist aber vor allem in der vorherrschenden Gratis-Kultur im Bereich von Apps ein wenig verloren gegangen.

Wir wussten von Anfang an, dass der Preis für viel Diskussionen sorgen wird und die Kommentare auf Facebook zeigen das auch. Deshalb sind die kostenlosen Updates auch ein so wichtiges Element für uns, auf das wir viel Wert legen. Denn wir wissen, dass 3,99 € für eine App erst einmal teuer erscheint, aber dafür liefern wir hohe Qualität, ansprechendes Design, offizielle Kooperation mit den Parks und eben die kostenlosen Updates."
Jetzt ist das App erhältlich und eure Wesite online - kehrt in eurem Leben jetzt wieder der Alltag ein?
Robert: "Nur zum Teil. Ein wirklich besonderer Moment war, als ich irgendwann in der letzten Woche mal nachts, kurz vor fünf aufgewacht bin und mein erster Griff geht zum Laptop mit dem Gedanke: 'Was ist mit der App, gibt es neue Beiträge? Muss ich zu irgendwas Stellung nehmen?' Diese positive Besessenheit ist es die meinen Bruder wohl von Anfang an angetrieben hat.
Und es zeigt, dass die App nichts ist, was wir einfach so mal machen, wir investieren ungemein viel an Zeit und vor allem an Leidenschaft. Und wir entwickeln ständig weiter."

In 2013 soll nicht nur die Android-Version kommen, sondern auch Parks aus anderen Ländern aufgenommen werden, zuerst Österreich, Schweiz und Frankreich. Weitere Features wie Wetter-Widget, Newsfeed und viele weitere Ideen sind auf der Homepage bereits angekündigt. Dort findet ihr weitere Infos und natürlich auch den Link zum App Store.
Die Website zum App: www.bikeparkapp.com
17.10.2012 © Jojo/FULLFACE, Robert Nagel, Timo Nagel
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