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Story: Biken am Monte Baldo
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Biken am Monte Baldo
Sommerferien am Gardasee
Endlich Sommerurlaub. Ende August sollte es losgehen, eine 1.300-Kilometer-Tour von Kiel über die Bikeparks Samerberg und Leogang mit der Final Destination Gardasee.

Guter Plan, aber das Wetter spielte erstmal nicht mit. Beim Zwischenstopp am Chiemsee herrschte Dauerregen bei kühlen Temperaturen... schlammige Pisten waren nicht gerade das, was man bei einer Tour in den Süden vor Augen hat.
Was sagt das Wetter am Lago? Sonnig und warm! Also Pickerl gekauft, vollgetankt und ab auf den Brenner. Drei Stunden später glitzerte der Alpensee uns entgegen und ein leichter Südwind wehte uns warme Luft um die Ohren. Auf dem Campingplatz in Malchesine hatten wir Glück auch zwei Tage vor unserem reservierten Zeitraum noch einen freien Platz zu erwischen - es war immer noch Hochsaison, was man auch an der Schlange vor der Seilbahnstation erkennen konnte.
Die Seilbahn führt direkt von Malchesine aus hinauf ins Monte Baldo Massiv, das ein reichhaltiges Netz an Wanderwegen bietet, die größtenteils auch von Mountainbikern befahren werden dürfen.

Es gibt spezielle Fahrzeiten für den Mountainbike-Transport, je nach Tageszeit kostet der Lift zur Bergstation 20,- bzw. 16,- EUR. Diese liegt auf 1.745m Höhe, bietet also auf dem Weg zurück zum Seeufer (65m über dem Meeresspiegel) ca. 1.680 Meter Höhenunterschied für lange Abfahrten.

Ein Bild von den Strecken kann man sich ganz gut über verschiedene Karten machen. Vor Ort gibt es im Extreme Bikeshop unterhalb der Seilbahnstation eine detaillierte Monte Baldo Karte im Maßstab 1:25.000 von Kompass.
Am WWWind-Square-Surfcenter ist eine Faltkarte erhältlich, die beide Seiten des Bergs als Luftaufnahme zeigt, inklusive der vorhandenen Wanderwege. Mit dieser Fotokarte kann man sich sehr gut orientieren.

Hilfreich ist auch die Supertrail Map 'Lago di Garda Nord', auf der Mountainbikestrecken mit deren Schwierigkeitsgrad eingetragen sind. Diese Karte im Maßstab von 1:50.000 basiert auf einer detaillierten Kompass Wanderkarte, zeigt für die Region Malchesine allerdings nur den nördlichen Teil der Strecken an.
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Den ersten Ausflug auf dem Bike gab's nach eine Shopping Tour, allerdings erstmal im Parco Bussate oberhalb von Torbole, einer Art Trainingsparcours. Der kurze Rundkurs der 'schwarzen' Strecke ist ideal, um sich an den speziellen Untergrund der Trails am Lago zu gewöhnen. Viele lose und scharfkantige Steine im weichen Boden oder auf felsigem Untergrund - Liebhaber weicher Waldböden und von Flow bei Abfahrten müssen sich hier umstellen.

Dringend umstellen musste ich auch meine Hinterradbereifung: nachdem die einfache Performance Variante den Schlauch nicht gut genug schützen konnte, war die Zeit reif für die vorsorglich eingepackte Evolution Double Defense Version.
So gewappnet ging es zwei Tage später auf die erste Abfahrt vom Monte Baldo. Zuerst auf einem handbreiten Pfad quer über die Hochebene Colmar di Malchesine.

Warum der Wiesenpfad auf der Supertrail Map mit den zwei höchsten Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet ist, entdeckte ich erst im zweiten Abschnitt der Strecke. Teilweise ziemlich verblockt und schmal, bei feuchtem Boden schwierig zu bewältigen.

"You go here by bike? Respect!" hauchte eine attraktive, aber vom Anstieg scheinbar stark geforderte Italienerin mir bei einem kurzen Stopp zu, als ich ihre Wandergruppe passieren lies.
Die Bilder zeigen den Weg entlang der Colmar di Malchesine
Weiter ging es dann ganz entspannt und flott über den Wandweg #3, zuerst auf einem geschlungenen Wiesenpfad entlang des Hangs, später über eine asphaltierte Rumpelstraße zurück nach Süden bis hinein in den Wald oberhalb der Mittelstation.

Dort gibt es eine speziell gebaute Strecke, die abseits der Wanderwege quer durch den Wald führt und sogar mit gebauten Holzrampen auftrumpfen kann. Loser Waldboden mit vielen Steinen und Wurzeln, hier wird das Fahrwerk gefordert.

Den Einstieg zu dieser Strecke findet man nahe beim Treffpunkt der Wanderwege #2 und #3 bei Il Signor. 50 Meter mit dem Bike bergauf auf Route #2 in Richtung Col di Piombi, dann geht es rechts ab in den Wald.

Der obere Teil ist sehr anspruchsvoll, weiter unten kreuzt die Piste wieder den Wanderweg #2. Der Trail endet unterhalb der Seilbahntrasse bei der letzten Stütze vor der Mittelstation.
Man könnte ca. 100 Meter später wieder nach links in den Wald abtauchen, um direkt zu Mittelstation zu gelangen, dieser Streckenabschnitt ist allerdings nicht besonders attraktiv und stark zugewachsen.

Viel besser und sehr lang ist die Abfahrt über den Wanderweg #4 bis nach Navene, von wo aus man an der Uferpromenade zurück nach Malchesine radeln kann. Der Einstieg zu einem für Gardasee-Verhältnisse ziemlich flowigem Abschnitt liegt kurz vor der Kreuzung der Wege #2 und #4. Auf der rechten Seite geht es ins Gebüsch und mit viel Speed in leichten Kurven durch den Wald.

Nummer 4 führt später über einen alten, sehr ruppigen Karrenweg bis zum Monte Fubia (vor dem es einen kleinen Anstieg gibt). Direkt hinterm Monte Fubia wartet eine steile Serpentinenpassage, der anspruchsvollste Abschnitt auf dieser Strecke. Steinig geht es weiter, bevor der Trail oberhalb von Navene auf einem breiten Schotter-Forstweg endet, wo man es nochmal mit Highspeed laufen lassen kann.
Der Trail im Wald oberhalb der Mittelstation
Mein Favorit in diesem Urlaub war allerdings eine andere Strecke. Wieder von der Bergstation aus ging es auf der Rückseite des Berges hinab zum Rifugio Bocca di Navene. Auf dem Weg dorthin biegt man vor der Serpentinenstraße (kurz hinter dem Parkplatz bei Colmetti) links ab auf einen Trail durch den Wald. Schon eine ziemlich anspruchsvolle Strecke und damit ein gute Eingewöhnung für das folgende Abfahrtserlebnis.

Am Bocca di Navene, direkt neben dem Gasthaus, startet Sentiero #634 und führt die Westseite des Berges hinab. Die grüne Hölle wird bald ziemlich steil und steinig, Felsstürze haben den Weg mit faust- bis fußballgroßen Steinblöcken gefüllt ohne Absteigen geht hier nichts. Lose Steine auf feuchtem Boden in steilem Gelände - zurecht ist der Trail hier oben schwarz gekennzeichnet.
Dann aber wird es spaßig. Der Trail wird gut einen Meter breit, lässt Variationen bei der Linienwahl zu, bietet viele Kurven, ausgefahren Rinnen, immer wieder Hindernisse wie quer liegende Stämme, rumpelige und schnelle Passagen.

Dann ein dicker Crash, das Vorderrad verliert in einer Kurve die Bodenhaftung. Nichts passiert - dank voller Protektorenausstattung. Die habe ich immer an, wenn ich alleine auf unbekannten Trails unterwegs bin. Weiter geht es bergab, bis #634 auf Wanderweg #4 stößt und zum Ausklang die schon bekannte Speedpiste nach Navene bietet.

Hier treffe ich zum ersten Mal auf einer Strecke einen anderen Biker. Kurzer Schnack, dann geht's mit Highspeed im Train bis zum Ende des Forstweges.
Vom Bocca di Navene über Wanderweg #634 bergab nach Navene
An den nächsten Tagen sollte das Wetter schlechter werden, teilweise mit Regen und starkem Nordwind. Weniger gut zum Biken, dafür perfekt zum Windsurfen.

Auf ein paar Starkwindtage am Gardasee hatte ich insgeheim gehofft und mein 'kleines' Windsurfmaterial mit eingepackt, das sonst nur an Nord- und Ostsee zum Einsatz kommt.

Wie vorhergesagt gab es drei Tage lang starken Nordwind, so dass das Bike in den Bus und dafür das Board aufs Wasser kam.
Und dann waren eineinhalb Wochen auch schon wieder rum und die Rücktour stand an. War unterm Strich wie schon im Vorjahr ein guter Urlaub, wetterbedingt aber leider zum zweiten Mal in Folge ohne Zwischenstopp in anderen alpinen Bikeparks.

Vielleicht in 2015...
03.10.2014 © Jojo/FULLFACE
Zum Abschluss gab es drei Tage kräftigen Nordwind am Lago
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