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Story: Arizona - Wild Wild West
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Arizona - Wild Wild West
Julia Hofmann und Tobias Woggon waren da - mitten im Wilden Westen. Jihaa!
Die Trails von Sedona heißen „Slim Shady“, „Easy Breezy“ und „Hangover“. Blutroter Staub wirbelt durch die Luft und verschleiert mir für einen Wimpernschlag die Sicht. Tobi und Joe brettern vor mir mit Warp-3 über sausteile Stufen hinab, springen über Felskicker und verschwinden immer wieder in einem Kurvenmeer, das sich durch das blutrote Steinlabyrinth schlängelt. Aber es hilft nichts: dranbleiben! Dranbleiben muss auch der, der nach Sedona will. Mehrere Zufälle wollten es so, dass unsere kleine Reisegruppe – Tobias Woggon, Fotograf Philip Ruopp und ich – nach dem Besuch bei Ibis-Gründer Scot Nicol in Kalifornien erst noch eine Nacht in Las Vegas verbrachten (ohne danach komplett pleite zu sein), über den Hoover Damm spazierten und einen Abstecher zum Grand Canyon machten. Bevor wir endlich, endlich auf Sedona zusteuerten.
Nach über zwölf Stunden in unserem XXL-WoMo konnten Tobias und ich es kaum erwarten, unseren Mountainbikes auf den berühmt-berüchtigten Trails die Sporen zu geben.

Kaum wo in den USA kann man schon im Februar so gut Mountainbiken wie hier im Verde Valley im Norden Arizonas. Das 11.000-Seelen-Städtchen Sedona liegt eine Autostunde südlich von Flagstaff am Ausgang des Oak Creek Canyon, nicht weit vom Grand Canyon entfernt.
Sedona. Wer das Ortsschild passiert, kann die indianische Vorgeschichte dieses Fleckchens Erde förmlich spüren. It’s magic! Kein Wunder, dass sich Künstler und Hippieshier „Gute Nacht!“ sagen. Man findet hier alles: vom veganen Indianer-Laden bis zum postmodernen Nobelrestaurant.

Was man aber am allermeisten findet: Trails! Man kann hier Monate biken, ohne einen Weg doppelt zu fahren. Alleine rund um Sedona gibt es 37 gekennzeichnete Strecken mit über 300 Meilen Länge und allen Schwierigkeitsgraden. Jeder Trail trägt seinen eigenen Vornamen.
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Mein neuer Liebling: der „Hangover Trail“ im Osten von Sedona. Wir starten früh, noch vor Sonnenaufgang. Brrrr. Joe Murrey, ein langjähriger Freund von Scot und der erste Athlet von Marin Bikes, erwartet uns schon am Trailhead. Wir cruisen frierend durch enge Nadelwälder und halten respektvollen Abstand zu Kaktus-Passagen.

Aus einem engen Canyon heraus liefern wir uns dann ein frühmorgendliches Duell mit der Sonne: wer ist zuerst oben am Plateau? Sie! Macht nix. Dafür entschädigt die Weitsicht über halb Arizona bis nach Flagstaff.
Bis in den Abend hinein rocken wir die roten Sandtrails, ohne ein einziges Mal einen befestigten Weg zu kreuzen. Dieses Bike-Jo-Jo saugt mir den letzten Saft aus den Beinen.

Spät abends sitzen wir dann sehr zufrieden in einem veganen Restaurant namens „ChocolaTree-Organic-Oasis“ und verspeisen Unmengen an Ökofutter. Ich muss hart mit Tobi diskutieren, ob man in Amerika jeden Tag eine halbe Kuh verspeisen muss.
Dann setzt sich ein skurriler Typ zu uns an den Tisch und erzählt über das Leben in Arizona. Seit 20 Jahren lebt er hier in Sedona, bastelt ebenso skurrilen Schmuck aus Knochen, wohnt im Camper und hat Arizona seit jeher nie verlassen. Nur morgen muss er weg, zum Zahnarzt nach Mexico. Weil es dort günstiger ist. Crazy world.

Noch heute, ein Jahr später, denke ich manchmal an diesen Dude. Aber noch viel lieber denke ich natürlich an „meinen“ Hangover-Trail.
Auch wenn ich bis heute nicht herausgefunden habe, wie es zu dieser Namensgebung kam. Vielleicht weil man seine Knochen auch Tage später noch spürt, wie bei einem Hangover. Der Trail ist eine Herausforderung, bergauf und bergab. An einigen Stellen sollte man schwindelfrei sein und sein Bike sicher beherrschen, um sicher durchzukommen und Spaß zu haben.

Belohnt wird man mit einer genialen Aussicht, hoch oben von den Red Rocks hat man einen perfekten Ausblick über die Weite der Canyons.
Reisezeit
Frühling und Herbst, da ist es noch nicht zu heiß. Im Februar hat es meist angenehme Temperaturen und es ist wenig los.

Anreise
z. B. mit Condor direkt nach Las Vegas oder mit Lufthansa nach Las Vegas, Denver oder Salt Lake City. Flüge kosten je nach Reisezeit zwischen 800 und 1.300 Euro.
 
Mietwagen/Wohnmobil
Beides bekommt man am besten direkt am Flughafen. Oder man nimmt dort einen Shuttle zum RV-Verleih.

Bikeshop
Beim „Over-the-Edge“-Bikeshop in der 1695 State Route 89A in Sedona sind die Jungs mit Leidenschaft bei der Sache und haben Stunden damit verbracht, uns die Trails zu beschreiben und zu zeigen.
www.otesports.com/locations/sedona/

Unterkunft
Ich reise und übernachte am liebsten in einem RV, einem riesigen Wohnmobil. Wir haben im „Rancho" Sedona RV-Park übernachtet, einem sauberen und ruhigen Campingplatz mit schönen Grillstellen mitten in Sedona.
www.ranchosedona.com

Après-Bike
ChocolaTree-Organic-Oasis – sehr speziell, sehr lecker und sehr gesund!
www.chocolatree.com

Javelina Cantina (671 State Route 179, Hillside Sedona) ist genau richtig für alle, die gerne Spear Rips verspeisen. Oder ganze Kühe auf einmal...
www.javelinacantinasedona.com

Cafe Jose, Burger Place und mehr. Hierher gehen die Locals, wenn der Magen knurrt (2370 W State Route 89A).
www.sedonacafejose.com


Video
Ein Video zur Reise, das für einen der Sponsoren erstellt wurde, findet ihr auf Youtube:
Viva Las Vegas - Ledlenser Arizona Video

21.12.2016 © Julia Hofmann, Philip Ruopp
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